Wissensdatenbank Wirtschaftsrecht

aktuelles Dokument:
SQChrie20140503Marschall
image5
image4
image3
image2
image1
 Alle Kategorien:
  Forschungsdatenbank
  Lehrveranstaltungen
  Lexikon
  Literatur
  Rechtsgebiete
  Rechtsprechung
  Service
  Studium F H S
  Wissensmanagement
ich war hier: SQChrie20140503Marschall

Chria Verbalis über Diogenes aus Sinope


„Er sagte, er sei einer von den vielgepriesenen Hunden, aber keiner der Preisenden wage es, mit ihm auf die Jagd zu gehen.“
Diogenes Laertius über Diogenes aus Sinope



Lob des Urhebers

Diogenes aus Sinope (412- 323 v. Chr.) ist wohl der bekannteste Vertreter der philosophischen Weltanschauung des Kynismus. Als Kyniker lehnte Diogenes das Streben nach materiellem Besitz ab und verachtete gesellschaftliche Konventionen. Er verbreitete seine Lehre nicht nur, sondern lebte sie. Seine Philosophie ist in Spruchweisheiten und Anekdoten überliefert, die auch heute noch zum
Nachdenken anregen.

Umschreibung

„Er sagte, er sei einer von den viel gepriesenen Hunden, aber keiner der Preisenden wage es, mit ihm
auf die Jagd zu gehen.“
Diogenes war der Meinung, dass die Ideen der Kyniker viele Menschen beeindruckten. Jedoch waren jene, die die Kyniker rühmten, nicht bereit, seiner bzw. der Idee der Kyniker nachzueifern und ihr Leben zu ändern.

Beweis

Diogenes` Meinung sollten wir auch in der Gegenwart mehr Beachtung schenken.
Er hat bis heute Recht, denn auch heute bewundern und loben wir Menschen wegen ihrer Tugenden und Lebensweisen. Jedoch fällt es uns offenbar immer wieder schwer, uns die Lebensart der
Gepriesenen anzueignen und es ihnen gleichzutun.

Widerspiel

Würden Menschen ihren guten Vorbildern tatsächlich nacheifern, würde sich die Welt zum Besseren entwickeln. Statt in Bewunderung zu verharren, würden sie sich uns ebenfalls tugendhaft verhalten, der Wahrheit zum Sieg verhelfen und Gutes tun. Sie würden so selbst zu Vorbildern werden.

Gleichnis

Menschen, die andere bloß bewundern, statt ihnen nachzueifern, gleichen den Tieren in der Fabel „Der Phönix“ von G. E. Lessing (1729-1781): Einem Phönix gefiel es nach Jahrhunderten, sich wieder einmal blicken zu lassen. Alle Tiere und Vögel versammelten sich um ihn. Sie gafften, staunten, bewunderten und brachen in entzückendes Lob aus. Bald aber verwandten die Besten und Geselligsten mitleidsvoll ihre Blicke und seufzten: „Der unglückliche Phönix! Ihm ward das harte Los, weder Geliebte noch Freunde zu haben; denn er ist der einzige seiner Art!“ Weil sie ihr eigenes Verhalten nicht ändern wollten, machten sie selbst den Phönix zum einzigen seiner Art.

Beispiel

Ein Beispiel für einen Menschen, der seine Vorbilder bewundert, aber nicht nachahmt, ist der Lehrling, der dem Meister ungeheuren Respekt zollt, aber nicht wagt, ihm nachzueifern. Er glaubt, dass noch so große Mühe vergeblich ist, da er die Größe des Meisters nie erreichen wird.

Zeugnis

Platon (427- 348 v. Chr.), griechischer Philosoph, schrieb: „Glaubst du, man könne in Bewunderung mit etwas verkehren, ohne es nachzuahmen?“ Platon war im Grunde derselben Auffassung wie Diogenes. Er geht sogar noch weiter: Der normale Mensch kann sich gar nicht anders verhalten, als seinen Vorbildern nachzueifern. Leider sind die wenigsten Menschen normal.

Beschluss

Diogenes fordert uns auf, Idole nicht nur zu bewundern und zu ihnen aufzuschauen, sondern ihnen nachzueifern.
Diese Seite wurde 2 mal kommentiert. [Kommentare zeigen]
Valid XHTML   |   Valid CSS:   |   Powered by WikkaWiki